Oktober 2013 - Stickrahmen mit Tischbefestigung

Das Exponat für den Monat Oktober dürfte vor allem den weiblichen Lesern bekannt sein. Es handelt sich um einen hölzernen Stickrahmen, der sich mittels einer Schraubzwinge, am Tisch befestigen lässt und man dadurch beide Hände für die Stickarbeiten zur Verfügung hat. Damit sich der zu bearbeitende Stoff durch die Stickerei nicht zusammenzieht oder die Muster darauf verzerrt werden, spannt man ihn stramm in den Stickrahmen.

Als im Mittelalter die Stickerei in Europa bekannt wurde, wurde diese zeitaufwendige und teure Handarbeit vielfach für kirchliche Zwecke genutzt. Da diese Handarbeitstechnik als ein Zeichen des Wohlstandes galt,  war sie lange Zeit der wohlhabenden Bevölkerung vorbehalten was zur Folge hatte, dass überwiegend die Frauen aus den adeligen Häusern diese Handarbeit erlernten. Im Laufe der Zeit eigneten sich fast alle jungen Mädchen und Frauen die Stickerei an, um mit der Buntstickerei oder der Weißstickerei Kleidung, Wäsche, und Tischzeug zu verzieren. Beliebt war auch das Besticken der Überhandtücher, die in der Küche als Vorhang für den Handtuchhalter dienten. Diese wurden mit Motiven und Sprüchen bestickt, wie zum Beispiel “Kochen und braten soll gut geraten” oder “Ordnungssinn bringt Gewinn”.

Während unsere Groß- und Urgroßmütter stickten um ihre Aussteuer zu verzieren oder ihre Taschentücher mit Filigranen Buchstaben zu kennzeichnen, ist das Sticken heute ein Hobby, welches sich immer noch großer Beliebtheit erfreut. Neben den bestickten Tischdecken mit allerlei Motiven, zieren auch Bilder und Kissen so manchen Haushalt. Auf vielen Kleidungsstücken, befinden sich heute nicht nur die gestickten Initialen sondern der ganze Vorname des Besitzers. Wer nicht mehr mit der Hand sticken möchte, hat mittlerweile auch die Möglichkeit, Stickarbeiten mit einer Nähmaschine, die ein Stickmodul besitzt, herzustellen.