September 2013 - Schiefertafel und Griffel

In diesem Monat enden die Sommerferien und für viele Schulanfänger beginnt der Ernst des Lebens. Nicht nur die I-Männchen sondern auch alle anderen Schüler müssen in diesen Tagen ihre Schultaschen für das kommende Schuljahr mit Schulmaterial auffüllen. Dazu gehört, neben Büchern und allerlei Stiften, eine große Menge Papier in Form von Heften und Blöcken. Der Geschichts- und Heimatverein Herscheid nimmt den Schulbeginn zum Anlass und wählte als Exponat des Monats die Schiefertafel mit ihrem Zubehör aus.

Bei diesem Exponat muss man nicht sehr weit in die Vergangenheit zurück blicken, denn diese Tafeln wurden noch bis in die 1970er Jahre an Grundschulen, zum Schreiben- und Rechnen  benutzt. Zu diesem Zeitpunkt bestanden sie, ebenso wie der dazugehörige Griffelkasten, größtenteils aus Kunststoff. Bevor die Tafeln aus Kunststoff hergestellt wurden, benutzten Generationen von Schülern, bis in die 1960er Jahre, eine Schiefertafel. Dabei handelte es sich um eine dünne Schieferplatte, die in einem Holzrahmen befestigt war. Auf einer Seite befanden sich Linien zum schreiben, auf der anderen Kästchen zum rechnen. Zum Beschreiben der Tafel wurde ein Schreib-Griffel benutzt, der ebenfalls aus Schiefer hergestellt und mit Papier umwickelt war. Um diese Schreibgeräte sicher zu transportieren, legte man sie in einen Griffelkasten aus Holz der mit einem Schiebedeckel geschlossen wurde. Zum säubern der Schiefertafel benutzte man einen kleinen nassen Schwamm, der sich zur Aufbewahrung in einer Schwammdose befand und einen trockenen Tafellappen der mit einem Band an der Schiefertafel befestigt war. Ein großer Vorteil der Schiefertafeln war, dass sie sehr preiswert waren, da sie aus heimischen Rohstoffen hergestellt wurden. Im Gegensatz zu den heute benötigten Papiermengen, war dieser Schulartikel sehr umweltfreundlich. Aber natürlich gab es auch Nachteile. Dazu zählt, dass diese Schiefertafeln sehr zerbrechlich waren und wenn Geschriebenes einmal weggewischt wurde, gab es keine Möglichkeit dieses noch mal nachzulesen. Durch den Einsatz von Papier, verlor die Schiefertafel im Laufe der Jahre immer mehr an Bedeutung und verschwand schließlich ganz aus dem Schulalltag.

Zum Thema Ferienende bzw. Schulbeginn ist auch interessant zu wissen, dass dieser Termin mehrmals geändert wurde. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts fand der Schulbeginn zu Ostern statt. 1941 wurde dieser Termin in den September verlegt und im Jahr 1948 wieder auf Ostern. Im Jahr 1964 einigten sich die Ministerpräsidenten der einzelnen Bundesländer in der Bundesrepublik Deutschland in dem Hamburger Abkommen auf die Vereinheitlichung des Schulwesens. Dazu gehörte unter anderem die Festlegung des Schuljahresbeginns  auf den ersten August. Die Sommerferien sollen zwischen dem ersten Juli und zehnten September stattfinden. Diese Vereinheitlichung wurde durch die Kultusministerkonferenz am 28.10.1964 verabschiedet und ist bis heute in Kraft.