Juni 2017 - Haushaltsmerktafel

Früher konnte sich die Hausfrau auf diesem, aus Blech bestehenden Schild vermerken, an welche Dinge sie beim nächsten Einkauf denken musste. Vieles, was im Haushalt gebraucht wurde, konnte man anhand kleiner Schiebeknöpfe markieren und somit für den nächsten Einkauf vormerken. Vierzig verschiedene Artikel, von Aufschnitt bis Zwieback stehen auf der Küchenmerktafel zur Auswahl. Diese Tafel stammt ungefähr aus den 50er Jahren und war vermutlich ein Werbegeschenk denn sie trägt einen Aufdruck der Firma Original Beka, die in dem genannten Zeitraum unter anderem Küchenschränke herstellte. Man kann also annehmen, dass dieser praktische Helfer, beim Kauf eines Küchenschrankes als kleines Geschenk überreicht wurde.

Mai 2017 - Kindernähmaschine Casige Nr.4

Aus dem Fundus des Herscheider Spiekers wird in diesem Monat eine Kindernähmaschine als Exponat des Monats vorgestellt. Bei dem Ausstellungsstück handelt es sich um eine die vierte Maschine der Firma Carl Sieper in Gevelsberg. Daher trägt sie die Bezeichnung „Casige Nr.4“. Anhand der eingestanzten Deutschen Reichs Gebrauchs Muster (DRGM) Nummer, einem Gebrauchsmusterschutz das am 01. Oktober 1891 vom kaiserlichen Patentamt eingeführt wurde, lässt sich das Herstellungsjahr auf etwa 1910 eingrenzen. Die Firma Casige produzierte von 1902 bis 1975 Kindernähmaschinen in den unterschiedlichsten Ausführungen. Die Hand-Nähmaschine, die sich im Spieker befindet, weist nur wenige Gebrauchsspuren auf. Ähnlich gut erhalten ist der dazugehörige, dekorative Karton.

April 2017 - Hochzeitsgeschenk Bowletopf

Bei dem Exponat des Monats handelt es sich diesmal um einen Bowletopf, der im Jahr 1911 als Hochzeitsgeschenk diente. Früher war es üblich, dass der Lehrer einer Schule gleichzeitig zum Chorleiter ernannt wurde, wenn es vor Ort einen Gesangverein gab. In Rärin gab es seit dem Jahr 1885 eine Schule und den Männergesangverein Sangesfreunde Rärin der im Jahr 1892 gegründet wurde. Von 1906 bis 1911 war Friedrich Wilhelm Egon Brünger Lehrer in Rärin, bevor er in die Schule in der Schwarzen Ahe wechselte. Er war von 1907 bis 1912 und von 1914 bis 1918 Dirigent des MGV Sangesfreunde Rärin. Von 1935 bis 1946 war er Ehrenchorleiter, was zeigt, dass eine langjährige Verbundenheit zwischen Gesangverein und Chorleiter bestand. Brünger, der 1882 im Kreis Soest geboren wurde, heiratete am 5. Oktober 1911 in Herscheid die Maria Helene Vossloh aus Rärin. Anlässlich dieser Hochzeit schenkten die aktiven Mitglieder des MGV Sängerbund Rärin ihrem Dirigenten und dessen Frau einen großen Bowletopf aus Zinn. Die Widmung, die in dieses Gefäß eingraviert ist lautet: „ Unserem Dirigenten Herrn Lehrer Brünger zur Vermählung gewidmet. Die aktiven Mitglieder des Gesangvereins Sängerbund Rärin. September 1911“. Das Geschenk wurde demnach kurz vor der Heirat, die ja Anfang Oktober stattgefunden hat, überreicht. Damals war es sicher ein ganz besonderes Hochzeitsgeschenk, mit dem die Sänger ihrem Dirigenten eine Freude machten. Bis heute ist das Gefäß noch sehr gut erhalten, lediglich der Glaseinsatz der sich im Innern befand und in den das Getränk eingefüllt wurde, ist im Laufe der Jahre abhandengekommen.

März 2017 - Herscheider Markt-Tröpfchen

Mit diesem Exponat des Monats erinnert der Geschichts-und Heimatverein im März an eine Zeit, als in der Gemeinde noch zahlreiche kleine Geschäfte vorhanden waren. Eines dieser Geschäfte war die Drogerie Leo Bunert, die sich am Markt befand. Neben Drogerie- und Geschenkartikeln, Süßigkeiten, Kräutern, Farben und Rattengift, gab es dort auch Spirituosen zu kaufen. Ein mit Abstand der meistverkaufte Artikel aus der Spirituosenabteilung, waren die Herscheider Markt-Tröpfchen. Ein Edellikör, der in der Drogerie hergestellt und abgefüllt wurde. Die Grundessenz zur Herstellung wurde in Korbflaschen aus Bochum angeliefert. Nach einem Geheimrezept wurde diese Grundsubstanz mit Weingeist, Wasser, Zucker und Kräutern verfeinert. Das Ergebnis war ein süßlich schmeckender Magenbitter. Dieser Edellikör wurde anschließend in der Drogerie abgefüllt. Die Flaschen wurden verschlossen und etikettiert und gingen anschließend direkt in den Verkauf. Zwei dieser Flaschen befinden sich heute noch im Spieker und wie man auf dem Foto erkennt, zeigt sich hier ein kleiner Unterschied. Die rechte Flasche, mit dem roten Verschluss stammt aus der Zeit, in der die Drogerie von Leo Bunert geführt wurde. Die linke Flasche unterscheidet sich äußerlich ein wenig. Das Etikett ist identisch bis auf die Tatsache, dass als Vertrieb nicht mehr Leo Bunert, sondern Gerlinde Köhler-Müller eingetragen ist. Es hat also zwischenzeitlich ein Besitzerwechsel des Geschäftes stattgefunden. Trotz intensiver Nachforschungen fehlen bisher die Informationen, wie lange sich die Drogerie in dem Haus am Markt 5 (heute Fernseh Losch) befand. Der Zeitraum kann bisher nur eingegrenzt werden. Die Eröffnung muss etwa im Jahr 1954 gewesen sein. Die Schließung des Geschäftes dürfte in die Zeit nach 1975 fallen.  

Februar 2017 - Herscheider Skier

In den 60er Jahren entwickelte sich das Skifahren auch in Herscheid zu einer beliebten Wintersportart. Mit Plakaten wurde auf das vorzügliche Skigebiet am Ebbegebirge, inclusive Sprungschanzen, Übungsgelände und Skikursen, hingewiesen. Der Skisport war in Herscheid allerdings schon einige Jahre früher bekannt und es gibt Nachrichten darüber, dass der Lehrer Buck seinen Schülern in der Schule Schönebecke, schon im Jahr 1922 das Skifahren beibrachte. Auch für die Herstellung der Schneeschuhe, wie man sie damals nannte, war in der Gemeinde bestens gesorgt denn gleich drei Betriebe stellten dieses Sportgerät aus Vollholz und mit Lederbindungen her. Die Holzbearbeitungs Fabrik Paul Schulte in Herscheid-Verse warb für ihren Ski mit dem Namen „Sausewind“ für eine Sportgerechte, 1a Qualitätsware. Im Dorf Herscheid, stellte der Schreiner Alfred Schulte Skier mit dem Namen „Ebbe Ski“ her. Die Schreinerei König in Herscheid-Hüinghausen produzierte dieses beliebte Wintersportgerät mit dem Namen “Schneekönig“. Letzteres ließ sich an dem Firmenzeichen, zwei gekreuzte Skier mit einer Königskrone, das sich auf dem Ski befand, erkennen.

Januar 2017 - Kaffeekannentasche

In Zeiten, in denen es noch keine Thermoskannen gab, musste man sich etwas einfallen lassen um Kaffee oder Tee über eine gewisse Zeit warm zu halten. Dem einen oder anderen sind sicher noch die Kaffeekannen-Mützen oder Hauben bekannt. Ob gehäkelt, gestrickt oder genäht. In vielfältigen Formen und mit ebenso vielen Mustern wurden diese Küchenaccessoires über die Kaffeekanne aus Porzellan gestülpt und sorgten auf diese Weise dafür, dass das heiße Getränk nicht so schnell auskühlte. Eine ausgefallene Version dieser Kaffeekannenmütze, war die Kaffeekannentasche. Die Form erinnert tatsächlich an eine zu groß geratene Handtasche, die mit einem Griff und einem Verschluss aus Messing versehen ist. Die Außenhülle dieser Tasche ist aus weichem Kunststoff und mit einem Blumenmuster verziert. Innen ist sie dick gepolstert und gefüttert. Die Porzellankanne wurde in diese Kaffeekannentasche gestellt und verschlossen. Auf diese Weise sollte der Kaffee etwa ein, bis zwei Stunden warm bleiben.