März 2017 - Herscheider Markt-Tröpfchen

Mit diesem Exponat des Monats erinnert der Geschichts-und Heimatverein im März an eine Zeit, als in der Gemeinde noch zahlreiche kleine Geschäfte vorhanden waren. Eines dieser Geschäfte war die Drogerie Leo Bunert, die sich am Markt befand. Neben Drogerie- und Geschenkartikeln, Süßigkeiten, Kräutern, Farben und Rattengift, gab es dort auch Spirituosen zu kaufen. Ein mit Abstand der meistverkaufte Artikel aus der Spirituosenabteilung, waren die Herscheider Markt-Tröpfchen. Ein Edellikör, der in der Drogerie hergestellt und abgefüllt wurde. Die Grundessenz zur Herstellung wurde in Korbflaschen aus Bochum angeliefert. Nach einem Geheimrezept wurde diese Grundsubstanz mit Weingeist, Wasser, Zucker und Kräutern verfeinert. Das Ergebnis war ein süßlich schmeckender Magenbitter. Dieser Edellikör wurde anschließend in der Drogerie abgefüllt. Die Flaschen wurden verschlossen und etikettiert und gingen anschließend direkt in den Verkauf. Zwei dieser Flaschen befinden sich heute noch im Spieker und wie man auf dem Foto erkennt, zeigt sich hier ein kleiner Unterschied. Die rechte Flasche, mit dem roten Verschluss stammt aus der Zeit, in der die Drogerie von Leo Bunert geführt wurde. Die linke Flasche unterscheidet sich äußerlich ein wenig. Das Etikett ist identisch bis auf die Tatsache, dass als Vertrieb nicht mehr Leo Bunert, sondern Gerlinde Köhler-Müller eingetragen ist. Es hat also zwischenzeitlich ein Besitzerwechsel des Geschäftes stattgefunden. Trotz intensiver Nachforschungen fehlen bisher die Informationen, wie lange sich die Drogerie in dem Haus am Markt 5 (heute Fernseh Losch) befand. Der Zeitraum kann bisher nur eingegrenzt werden. Die Eröffnung muss etwa im Jahr 1954 gewesen sein. Die Schließung des Geschäftes dürfte in die Zeit nach 1975 fallen.  

Februar 2017 - Herscheider Skier

In den 60er Jahren entwickelte sich das Skifahren auch in Herscheid zu einer beliebten Wintersportart. Mit Plakaten wurde auf das vorzügliche Skigebiet am Ebbegebirge, inclusive Sprungschanzen, Übungsgelände und Skikursen, hingewiesen. Der Skisport war in Herscheid allerdings schon einige Jahre früher bekannt und es gibt Nachrichten darüber, dass der Lehrer Buck seinen Schülern in der Schule Schönebecke, schon im Jahr 1922 das Skifahren beibrachte. Auch für die Herstellung der Schneeschuhe, wie man sie damals nannte, war in der Gemeinde bestens gesorgt denn gleich drei Betriebe stellten dieses Sportgerät aus Vollholz und mit Lederbindungen her. Die Holzbearbeitungs Fabrik Paul Schulte in Herscheid-Verse warb für ihren Ski mit dem Namen „Sausewind“ für eine Sportgerechte, 1a Qualitätsware. Im Dorf Herscheid, stellte der Schreiner Alfred Schulte Skier mit dem Namen „Ebbe Ski“ her. Die Schreinerei König in Herscheid-Hüinghausen produzierte dieses beliebte Wintersportgerät mit dem Namen “Schneekönig“. Letzteres ließ sich an dem Firmenzeichen, zwei gekreuzte Skier mit einer Königskrone, das sich auf dem Ski befand, erkennen.

Januar 2017 - Kaffeekannentasche

In Zeiten, in denen es noch keine Thermoskannen gab, musste man sich etwas einfallen lassen um Kaffee oder Tee über eine gewisse Zeit warm zu halten. Dem einen oder anderen sind sicher noch die Kaffeekannen-Mützen oder Hauben bekannt. Ob gehäkelt, gestrickt oder genäht. In vielfältigen Formen und mit ebenso vielen Mustern wurden diese Küchenaccessoires über die Kaffeekanne aus Porzellan gestülpt und sorgten auf diese Weise dafür, dass das heiße Getränk nicht so schnell auskühlte. Eine ausgefallene Version dieser Kaffeekannenmütze, war die Kaffeekannentasche. Die Form erinnert tatsächlich an eine zu groß geratene Handtasche, die mit einem Griff und einem Verschluss aus Messing versehen ist. Die Außenhülle dieser Tasche ist aus weichem Kunststoff und mit einem Blumenmuster verziert. Innen ist sie dick gepolstert und gefüttert. Die Porzellankanne wurde in diese Kaffeekannentasche gestellt und verschlossen. Auf diese Weise sollte der Kaffee etwa ein, bis zwei Stunden warm bleiben.